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Verteidigungsminister Pistorius packt mit an

Allgemein| Views: 2050

Text und Fotos: Th. Heckmann       Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat am Dienstag das Sanitätsregiment Dornstadt sowie das Bundeswehrkrankenhaus Ulm besucht. Der Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte nahm sich bei seiner Sommerreise fast einen ganzen Tag Zeit, um sich über die Arbeit des Sanitätsdienstes zu informieren.

Mit einer umfangreichen Vorführung wurde von den Soldaten präsentiert, wie die Rettungskette in den Einsätzen funktioniert:
Auf dem Standortübungsplatz Lerchenfeld startet die realistische Vorführung. Erst ein Regenschauer und dann Gefechtslärm, Schüsse, explodierende Granaten und Rauch, der aus dem Wald herausquillt. Ein gepanzertes Fahrzeug bringt zwei verwundete Soldaten, die im Schutz eines Hauses erstversorgt werden.

Danach geht es in einem gepanzerten Fahrzeug weiter in eine Art Notfallambulanz. Dort werden die Verletzten gesammelt und über ihre Weiterversorgung entschieden. Einige Zelte bieten Wetterschutz und beherbergen sogar einen OP. Ein Chirurg und ein Anästhesist stabilisieren dort, gemeinsam mit ihrem Team, den Verletzten für einen Transport aus dem Kampfgebiet in ein Krankenhaus.
Der Verletzte erhält dort im Rahmen der Vorführung auch eine Bluttransfusion. Da das Team alle Hände voll zu tun hat, drückt Oberfeldarzt Florent Josse kurzerhand dem Verteidigungsminister die Blutkonserve in die Hand, damit das lebensrettende Blut in den Blutkreislauf des Verletzten fließen kann.

Im Anschluss wird dem Minister dann im Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BwK) die klinische Weiterversorgung des Patienten präsentiert. Bereits vor der Zentralen Interdisziplinären Notfallaufnahme erfolgt eine erneute Sichtung des zeitglich mit weiteren Patienten eintreffenden Patienten vom Lerchenfeld.

Bei der unmittelbaren Weiterversorgung im Schockraum, in dem die ersten lebensrettenden Untersuchungen und Maßnahmen in der Notfallaufnahme durchgeführt werden, bekommt der Minister das Ultraschallgerät in die Hand gedrückt und darf unter fachkundiger Anleitung den Bauchraum des Patienten auf Verletzungszeichen innerer Organe untersuchen.
Anschließend demonstrieren die Chirurgen die operative Versorgung und auch im OP muss der Verteidigungsminister mit anpacken. An einer Simulationspuppe wird das Anlegen eines externen Fixateurs demonstriert. Nach schweren Brüchen werden in einem ersten Versorgungsschritt die Knochen mit langen Schrauben von außen angebohrt und dann mit außenliegenden Stangen wieder so positioniert, dass sie zusammenwachsen können. Pistorius bekommt den Bohrer in die Hand gedrückt und schraubt eine Bohrschraube in das Schienbein.

In seinem abschließenden Statement zeigt sich Pistorius beeindruckt von der Leistung des Sanitätsdienstes: „Hoch kompetent, hoch professionell und vor allem routiniert“ lobt er die Soldaten, die er den Tag über bei ihrer Arbeit begleiten durfte. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr sei einer der Besten der Welt.

Das BwK Ulm ist das größte Militärkrankenhaus in Süddeutschland und versorgt nicht nur Soldaten. Die 500 Betten stehen zu einem großen Teil auch für die zivile Bevölkerung zur Verfügung. So lernte der Verteidigungsminister bei seinem Besuch, dass die arbeitstägliche Versorgung ziviler Notfallpatienten auch ein wichtiges Training für die Soldaten ist, um dann im Auslandseinsatz ihre Kameraden versorgen zu können.

Für Irritationen sorgte eine von einer Zeitung veröffentlichte interne Mitteilung des BwK, dass für die Zeit des Ministerbesuches keine Notfallpatienten angenommen werden würden. Tatsächlich gab es eine Vorabinformation an den Ulmer Rettungsdienst und an die benachbarte Universitätslinik, dass es zu geänderten Abläufen kommen wird. So wurde tatsächlich ein Teil der Notaufnahme abgesperrt, um für den Bundesminister auch die notwendige Sicherheit gewähren zu können. Sicherheitsbeamte des Bundeskriminalamtes waren genauso wie Feldjäger unterwegs und auch Sprengstoff-Suchhunde schnüffelten vor dem Besuch. Um weiter Notfallpatienten versorgen zu können, wurden diese nicht über die normale Zufahrt ins BwK gebracht, sondern über die Seitentür am Zugang zum Dachlandeplatz. Während des Ministerbesuchs wurden parallel mehr als 25 Patienten in der Zentralen interdisziplinären Notfallaufnahme des Bundeswehrkrankenhauses versorgt.

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