Publikationen

Satzungsgemäß fördert traumateam e.V. die wissenschaftliche und klinische Weiterentwicklung der Notfallmedizin um zur Verbesserung der innerklinischen und prähospitalen Versorgung von Notfallpatienten beizutragen. Die Sektion Notfallmedizin der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus ist ständig in mehreren Projekten und Studien engagiert, um Kenntnisse über das gesamte Spektrum der Notfallmedizin in Wissenschaft und Praxis zu erlangen. Manchmal hat dies direkte Auswirkungen auf die Zusammenarbeit an den Einsatzstelle, da z.B. zur Datenerhebung der Wechsel auf das Monitoring des RTH Christoph 22 nötig ist. Um das Verständnis für solches Vorgehen zu fördern, wollen wir an dieser Stelle die Leser regelmäßig über Studienergebnisse und Publikationen informieren:


In einem Vergleich der Rettungsdienste aus Deutschland, Österreich und Schweden bezüglich des Risikoverhalten und der Risikowahrnehmung sowie beruflicher Verletzungsgefahren konnte gezeigt werden, dass im deutschen Rettungsdienst verhältnismäßig mehr Arbeitsunfälle auftreten, als in den anderen erfassten Ländern.

Grund genug für Dominik Treffer und Anne Weißleder sich mit dem Thema „Sicherheit an der Einsatzstelle“ zu beschäftigen. Unter dem Titel Safety first, konnten sie eine Übersicht zu diesem Thema in der Thieme-Zeitschrift Notfallmedizin up2date veröffentlichen.

Treffer D, Hossfeld B, Helm M, Weißleder A

Safety First – Sicherheitsaspekte in der Notfallrettung

Notfallmedizin up2date 2018, 13; 55–75


Nach den Beiträgen zur Rettung von eingeklemmten Patienten in der Zeitschrift „Der Notarzt“ hat Marc-Michael Ventzke, Notarzt auf dem Christoph 22, erneut gemeinsam mit Kollegen aus Günzburg in einem Beitrag für Notfallmedizin up2date die Möglichkeiten der Feuerwehr bei der Rettung aus Höhen und Tiefen beschrieben.

Ventzke MM, Balkie H, Kemming G

Rettung aus Höhen und Tiefen – Standardtechniken der Feuerwehr

Notfallmedizin up2date 2018; 13: 79–90


In einem Weiterbildungsbeitrag für die Springer-Zeitschrift „Der Anästhesist“ befassen sich Heiko Lier (Uni Köln), Michael Bernhard (Uni Leipzig) und Björn Hossfeld (BwK Ulm) eingehend mit   dem hypovolämischen Schock.

Lier H, Bernhard M, Hossfeld B

Hypovolämisch-hämorrhagischer Schock

Der Anaesthesist 2018; 67: 225–244


Gemeinsam haben die Wissenschaftlichen Arbeitskreise Notfallmedizin und Kinderanästhesie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) die S1-Leitlinie zur intraossäre Infusion in der Notfallmedizin überarbeit. Diese wurde nun auf der AWMF-Hompage publiziert.

AWMF IODas Autorenteam, dem als Erstautor auch Prof. M. Helm angehört, hat die bestehenden Handlungsempfehlung aus dem Jahr 2010 überarbeitet. Vorallem mussten viele in den letzten 8 Jahren neu auf dem Markt erschienen Punktionssysteme mit Empfehlungen für alternative Punktionsstellen bewertet werden. Mit Unterstützung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) konnte die neue Version als S1-Leitlinie bei der AWMF eingereicht werden.

Die Leitlinie steht auf der AWMF-Seite kostenlos zum Download zur Verfügung. Wesentliche Aussagen sind nachfolgend zusammengefasst:

  • Nahezu alle bei der Behandlung von pädiatrischen und erwachsenen Notfallpatienten eingesetzten intravenösen Medikamente können auch intraossär appliziert werden.
  • Die Dosierungsempfehlungen intravenös/intraossär bleiben identisch.
  • Die sternale Punktion kann nur bei Erwachsenen empfohlen werden.
  • Eine „prophylaktische“ Anlage einer intraossären Infusion ohne unmittelbar notwendige Medikamentenapplikation und / oder Infusionstherapie ist nicht indiziert und deshalb zu unterlassen.
  • Rein manuelle Punktionssysteme sind nur für Kleinkinder geeignet; ab dem 6. Lebensjahr sollten halbautomatische bzw. automatische Punktionssysteme verwendet werden.
  • Punktionsstelle der ersten Wahl ist die proximalen Tibia, alternativ wird die Punktion an der distalen Tibia empfohlen.

Traumatologische Einsätze und die Versorgung schwangerer Patientinnen sind verhältnismäßig seltene Szenarien im Notarztdienst – die Kombination stellt eine äußerste Rarität dar. Folglich besteht keine Routine im Management dieser speziellen Patientengruppe. Da die überwiegende Mehrheit der notfallmedizinisch tätigen Ärzte nicht aus dem Fachbereich „Gynäkologie und Geburtshilfe“ stammt, besteht zumeist wenig Erfahrung im Umgang mit schwangeren Patientinnen. Ein standardisierter, prioritätenbasierter Versorgungsalgorithmus, z.B. gemäß <C>-ABCDE-Konzept nach PHTLS®, bietet daher eine wertvolle Orientiertung für das prähospitalen Vorgehen. Wichtig ist es jedoch, hierbei schwangerschaftsbezogene Beson- derheiten sowohl in die diagnostischen Überlegungen als auch in das therapeutische Vorgehen mit einzubeziehen.

In einem umfangreichen Artikel für die Thieme Zeitschrift „Der Notarzt“ geben nun Anne Weißleder und Dominik Treffer einen Überblick zu den relevanten Spezifika im Management schwangerer Traumapatientinnen.

Weißleder A, Fitzgerald JS, Hossfeld B, Lampl L, Helm M, Treffer D

Die prähospitale Versorgung der schwangeren Traumapatientin.

Der Notarzt 2018; 34: 42–54


NoRe S3 PolytraumaNachdem 2011 die erste interdisziplinäre S3-Leitlinie zur Versorgung von Schwerverletzten publiziert wurde, erfolgten 2016 die erste Revision und Aktualisierung nach intensiver Überarbeitung im Konsens von 20 Fachgesellschaften. In den bekannten drei Abschnitten Präklinik, Schockraum und 1. OP- Phase wurden ein Großteil der Kernaussagen und Hintergrundtexte aktualisiert.

Nun fasst eine herausragend besetzte Autorengruppe, der auch Prof. Matthias Helm von traumateam angehört, in einer gelungenen Übersichtsarbeit für das Springer-Journal Notfall + Rettungsmedizin den Bereich Präklinik mit den entsprechenden aktuellen Änderungen und Neuerung der Leitlinie praxisnah anhand des ABCDE- Schemas zusammen.

Hilbert-Carius P, Wurmb T, Lier H, Fischer M, Helm M, Lott C, Böttiger BW, Bernhard M

Empfehlungen der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletztenbehandlung 2016 für die Präklinik.

Notfall + Rettungsmedizin 2018; 21: 4-13


Gemeinsam mit Kollegen der Klinik für Neurochirurgie des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses hat Dr. Holger Gässler, Facharzt für Anästhesiologie und Notarzt auf dem Ulmer RTH Christoph 22, in der Thieme-Zeitschrift DER NOTARZT einen Weiterbildungsartikel zur prähospitalen Versorgung des Schädel-Hirn-Traumas publiziert.

Freude G, Mauer UM, Gässler H, Datzmann T.

Prähospitale Versorgung des Schädel-Hirn-Traumas.

Der Notarzt 2017; 33: 300–9

Die Kernaussagen sind hier zusammengefasst:

  • Die prähospitale Versorgung von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma zielt darauf ab, die sekundären Hirnverletzungen zu reduzieren.
  • Die prähospitalen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten sind jedoch sehr limitiert. Deshalb sollten Patientenmit Schädel-Hirn-Trauma (SHT) möglichst direkt in ein Traumazentrum mit neurochirurgischer Versorgungsmöglichkeit transportiert werden.
  • Kritische Blutungen am Kopf müssen so schnell wie möglich gestillt werden.
  • Bei einem Wert unter 9 auf der Glasgow Coma Scale (GCS) ist die Indikation zur Intubation und Beatmung gegeben.
  • Auch bei posttraumatischer Bewusstlosigkeit ist von einem SHT auszugehen und der Patient sollte in ein Traumazentrum mit neurochirurgischer Versorgungsmöglichkeit gebracht werden.

Großflächige und tiefe Verletzungen können in kurzer Zeit zu einem nicht abschätzbaren Blutverlust führen. Für diese Fälle steht mittlerweile eine Reihe an Hilfsmitteln bereit, welche die prähospitale Blutungskontrolle erleichtern können. In einem aktuellen Beitrag in Notfallmedizin up2date werden Tourniquet und Hämostyptika, also blutstillende Wundverbände und Granulate, und der Umgang damit erläutert.

Stöhr A, Josse F, Helm M, Hossfeld B.

Lokale Blutstillung in der prähospitalen Notfallmedizin.

Notfallmedizin Up2date 2017; 12: 395–405

Die Kernaussagen des Beitrags lauten:

  • Fast 68 % der vermeidbaren Todesfälle im Rettungsdienst sterben an Blutungen.
  • Lebensbedrohliche Blutungen sollten mit Priorität versorgt werden – noch vor der Sicherung der Atemwege (<C>ABCDE).
  • Das Tourniquet erlaubt eine einfache, schnelle und nebenwirkungsarme Kontrolle von Extremitätenblutungen.
  • Stammnahe Blutungen sollten durch Kompression und Tamponade der Wundhöhle (=„packing“) behandelt werden; hierbei empfiehlt sich die frühzeitige Kombination mit blutstillenden Verbänden (= Hämostyptika).
  • Aufgrund der geringen Nebenwirkungen und des erhaltenen Blutstillungseffekts unter medikamentöser Antikoagulation sind auf dem Wirkstoff Chitosan basierende Hämostyptika für den zivilen Rettungsdienst zu bevorzugen.
  • Neben dem Material hat die Erfahrung des Teams mit blutstillenden Maßnahmen den mit weitem Abstand größten Effekt auf den Ausgang kritischer Blutungen im Rettungsdienst.

Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, wie bedeutend die Auseinandersetzung mit der Thematik „Rettungsdienst in bedrohlichen Lagen“ ist und wie dringend Konzepte für die Bewältigung solcher Lagen benötigt werden. Ein aktueller Beitrag in Notfallmedizin up2date beleuchtet die einsatztaktischen Aspekte eines konventionellen Anschlags und die rettungsdienstliche Versorgung in einem solchen Szenario.

Helm M, Wurmb T, Josse F, Hossfeld B.

Notfallmedizinische Versorgung bei konventionellen terroristischen Anschlägen.

Notfallmedizin up2date 2017; 12: 363–74

Die Kernaussagen des Beitrages sind hier zusammengefasst:

  • Die üblichen zivilmedizinischen Konzepte zur prähospitalen Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten (MANV) sind nicht geeignet, um einen Terroranschlag notfallmedizinisch adäquat zu beherrschen.
  • Bei einem Anschlag mit Schusswaffen und/oder Explosivstoffen ist mit einer hohen Anzahl an schwer- und schwerstverletzten Patienten zu rechnen. Im Vordergrund steht dabei die Gefahr des raschen Verblutungstodes. Maßnahmen zur Blutungskontrolle haben höchste Priorität.
  • Patienten und Rettungskräfte sind permanent der Gefahr eines Folgeanschlags (sogenannter Second Hit) ausgesetzt. Das notfallmedizinische Vorgehen muss deshalb auf eine Minimierung der prähospitalen Versorgungsphase abgestimmt sein.
  • Eine „bedrohliche Lage“ ist mitunter nicht sofort als solche zu erkennen. Das Personal der Rettungsleitstellen und des Rettungsdienstes muss deshalb sensibilisiert werden, um aus den (wenigen) Informationen rasch das Bild einer „bedrohlichen Lage“ erkennen zu können.
  • In einer „bedrohlichen Lage“ können die Kommunikationssysteme überlastet oder gar zerstört sein. Die rettungsdienstlichen Einsatzkräfte müssen deshalb so ausgebildet sein, dass sie bis zur Etablierung einer gemeinsamen Führungsstruktur vor Ort auch autark arbeiten können.
  • Die Einsatzleitung obliegt bei „bedrohlichen Lagen“ der Polizei.
  • Durch die Polizei werden auch die Gefahrenbereiche (unsicher – teilsicher – sicher) definiert.
  • In „bedrohlichen Einsatzlagen“ wird das notfallmedizinische Handeln eindeutig durch die taktische Lage bestimmt. Dabei hat sich im militärischen Umfeld das „Tactical Combat Casualty Care“ (TCCC-)Konzept bewährt. Die „bedrohliche Einsatzlage“ im zivilen Umfeld unterscheidet sich diesbezüglich nicht von der im militärischen Umfeld.
  • Die prähospitale Versorgung folgt der Strategie: „stop the bleeding and clear the scene“.
  • Ziel ist es, die Notaufnahmen der erstversorgenden Kliniken zu „sicheren“ Bereichen zu machen.

DIVI 2017 Poster Ventzke

Die Bedrohung durch terroristische Anschläge in Europa hat zugenommen und erfordert sowohl von Polizei und Rettungskräften als auch von den Krankenhäusern ein Umdenken in der notfallmedizinischen Versorgung. Um ein dienstübergreifendes Konzept zum Vorgehen in solchen „bedrohlichen Lagen“ zu entwickeln und auf die Erfordernisse der einzelnen Fachdienste abzustimmen, haben unter Leitung der Arbeitsgruppe „Taktische Medizin“ des Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) erstmals in Deutschland Konsensusgespräche zu dieser Thematik stattgefunden.

Die Ergebnisse dieser Gespräche sind nun open access in der Zeitschrift „Anästhesiologie & Intensivmedizin“ publiziert.

Hossfeld B, Adams HA, Bohnen R, Friedrich K, Friemert B, Gräsner JT, Gromer S, Josse F, Lechleuthner A, Poloczek S, Walz N, Weber M, Wurmb T, Helm M

Aus dem Wissenschaftlichen Arbeitskreis Notfallmedizin (Arbeitsgruppe „Taktische Medizin“)

Zusammenarbeit von Rettungskräften und Sicherheitsbehörden bei bedrohlichen Lagen – Ergebnisse eines nationalen Konsensusgesprächs

bedrohliche Lagen


Die Bedeutung eines erfolgreichen ersten Intubationsversuchs in der Atemwegssicherung ist in mehreren Studien belegt. Zum Gelingen kann neben einer guten Ausbildung und regelmäßigem Training auch der Einsatz eines Videolaryngoskops bereits mit dem ersten Intubationsversuch beitragen. In einem Weiterbildungsartikel aus der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses gemeinsam mit Kollegen aus Leipzig und Bern werden die Möglichkeiten der Videolaryngoskopie für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Der Notarzt“ übersichtlich dargestellt.

Hossfeld B, Bernhard M, Knapp J, Helm M, Kulla M

Videolaryngoskopie im Notfall sinnvoll einsetzen.

Der Notarzt 2017; 33: 242–9

Videolaryngoskopie NOTARZT


Verbluten ist die Ursache für etwa die Hälfte der Todesfälle in den ersten 6 h nach Trauma. Ein Autorenteam um Heiko Lier aus Köln, dem mit Ingeborg Bretschneider und Björn Hossfeld auch zwei Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses angehören, beschreibt ein ineinandergreifendes Konzept, bestehend aus lokaler Blutstillung durch Kompression, Hämostyptika und ggf. Tourniquet, Wärmeerhalt, sowie Vermeidung von Azidose und Hypokalzämie.

Lier H, Bernhard M, Knapp J, Buschmann C, Bretschneider I, Hossfeld B. Ansätze zur prähospitalen Gerinnungstherapie : Aktuelle Übersicht für die zivile Notfallmedizin. Der Anaesthesist 2017; 36, 1708–12

Bei geeigneten Patienten könne eine permissive Hypotension akzeptiert und frühzeitig Tranexamsäure eingesetzt werden. Darüber hinaus nimmt die Arbeitsgruppe Stellung zur prähospitalen Transfusion von Blutprodukten (z. B. Erythrozytenkonzentraten und Plasma) oder Gerinnungspräparaten (z. B. Fibrinogen), die durchaus möglich, aber nur bei weniger als 5 % aller zivilen polytraumatisierten Patienten notwendig ist.Gerinnung prähospital


Für die Springer Zeitschrift Notfall- und Rettungsmedizin haben sich der Leiter der Sektion Notfallmedizin Prof. Dr. Matthias Helm und Kollegen Gedanken um die Zukunft der prähospitalen Notfallmedizin in Deutschland gemacht.

Helm M, Gliwitzky B, Gries A, Häske D, Hossfeld B. (2017). Herausforderungen für die Zukunft der prähospitalen Notfallmedizin Notfall RettMed 1–5. http://doi.org/10.1007/s10049-017-0336-0

Die zentrale Herausforderung für alle Beteiligten sehen die Autoren in der Personalfrage. Notfallmedizin auf hohem Niveau ließe sich nur mit hochqualifiziertem und motiviertem Personal dauerhaft erreichen. Dazu müssten die Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst und auch in den zentralen Notaufnahmen weiter optimiert werden.


In der aktuellen Ausgabe der Thieme-Zeitschrift „Der Notarzt“ erläutern die Kollegen Lampl, Lechner und Treffer aus der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses die Bedeutung des Beckentraumas und beschreiben mit entsprechender Bebilderung die richtige Versorgung mit einer externen Stabilisierung.

NOTARZT Beckentrauma




In einem Weiterbildungsartikel für die Thieme-Zeitschrift „Der Notarzt“ beschreibt Falk von Lübken gemeinsam mit weiteren Kollegen der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Rekonstruktive/Septische Chirurgie, Sporttraumatologie des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses sowie mit Thorsten Holsträter aus der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin die prähospitale Versorgung von Schussverletzungen. Dabei gehen die Kollegen neben den Maßnahmen nach dem <C>ABCDE-Schema auch auf unterschiedliche Waffen und deren Ballistik, sowie auf das umsichtige Verhalten an der Einsatzstelle ein.

von Lübken F et al. Schussverletzungen – Diagnostik und Therapie in der Präklinik. Notarzt 2017; 33: 120–31

NOTARZT Schussverletzungen

Kernaussagen Schussverletzungen NOTARZT


Die Entlastung der Pleura ist im Luftrettungsdienst eine häufiger notwendige Maßnahme als bodengebunden. Gerade als seltene Maßnahme muss sie von allen Notärzten sicher beherrscht werden.
In einem Beitrag für die Zeitschrift „Der Notarzt“ im Thieme-Verlag erklärt nun Holger Gässler, Notarzt auf dem Christoph 22, Indikationen und Vorgehen bei der Anlage einer Thoraxdrainage in präparativer chirurgischer Technik mittels Mini-Thorakotomie.
Gässler H, Lampl L, Helm, M. Die Thoraxdrainage. Der Notarzt 2017; 33: 82–8.
Dabei wird auch nochmal die Bedeutung derbeidseitigen Pleuraentlastung bei der Reanimation von Traumapatienten unterstrichen, um einen Spannungspneumothorax als Ursache des Herz-Kreislaufstillstandes auszuschließen.
Thoraxdrainage

Um die rettungsdienstlichen Einsätze nach bedrohlichen Lagen (Amok, Terrorismus, etc.) vergleichend auswerten zu können bedarf es einer systematischen Beschreibung und wissenschaftlichen Auswertung solcher Einsätze. Bisher allerdings existieren für das deutsche Rettungswesen keine systematisch erhobenen Einsatzmerkmale oder Qualitätsindikatoren, um einen solchen Einsatz zu beschreiben, zu bewerten und ihn mit anderen Einsätzen dieserArt vergleichbar zu machen. Eine Arbeitgruppe um Thomas Wurmb, der auch Matthias Helm als Vertreter der AG „Taktische Medizin“ des Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie & Intensivmedizin (DGAI) hat sich nach dem Anschlag bei Würzburg mit dieser Thematik beschäftigt und 158 Qualitätsindikatoren definiert, um rettungsdienstliche Einsätze nach bedrohlichen Lagen verleichen zu können. Der vollständige Beitrag steht nun in der Zeitschrift der „Der Anästhesist“ im Springer-Verlag zur Verfügung:

Wurmb T, Justice P, Dietz S, Schua R, Jarausch T, Kinstle U, et al. Qualitätsindikatoren für rettungsdienstliche Einsätze bei Terroranschlägen oder anderen Bedrohungslagen. Der Anaesthesist 2017; 29, http://doi.org/10.1007/s00101-017-0298-0

QI RD Terror


Im aktuellen Heft von „Notfall- und Rettungsmedizin“ aus dem Springerverlag mit dem Schwerpunkt „Medizinprodukte in der Notfallmedizin“ vergleichen M. Helm, A. Weißleder und Kollegen die aktuell verfügbaren Systeme zur intraossären (IO) Punktion anhand von definierten Parametern (z.B. Alters- u. Gewichtsgruppen, Erfolgsraten, Anlagedauer, etc.). Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass es ein „ideales IO-System“ derzeit (noch) nicht gibt.

intraossäre Punktion


In einem Weiterbildungsartikel für die Zeitschrift „Der Notarzt“ aus dem Thieme-Verlag beschreiben M. Helm, L. Lampl und B. Hossfeld die einsatztaktischen Besonderheiten der Luftrettung mit Rettungshubschraubern.

Luftrettung


Das Thema „Technische Rettung beim Verkehrsunfall“ haben Marc-Michael Ventzke aus der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses und Bernhard Ziegler von der Freiwilligen Feuerwehr Günzburg in zwei informativen Beiträgen für die Zeitschrift „Der Notarzt“ aufgearbeitet.

Dabei behandeln die Autoren in einem ersten Teil das richtige Verhalten und taktische Vorgehen an der Einsatzstelle und beschreiben im zweiten Teil die möglichen Rettungstechniken mit hydraulischer Schere, Spreizer und Rettungszylinder. Desweiteren wird auf die besonderheiten von Fahrzeugen mit neuen alternativen Antriebstechniken eingegangen.

Ventzke M,  Ziegler B.  Technische Rettung beim Verkehrsunfall – Was der Notarzt an der Einsatzstelle wissen muss – Teil 1 – Zusammenarbeit mit der Feuerwehr im Notarztdienst. Der Notarzt 2016; 32: 284–91. http://doi.org/10.1055/s-0042-120880

Ventzke M,  Ziegler B.  Technische Rettung beim Verkehrsunfall – Was der Notarzt an der Einsatzstelle wissen muss – Teil 2 – Zusammenarbeit mit der Feuerwehr im Notarztdienst. Der Notarzt 2017; 33: 31-7. http://doi.org/10.1055/s-0043-100579

Technische Rettung


Bei der Personenrettung aus Hochhäusern, von Kirchtürmen, Industrie- oder Windkraftanlagen, Hochspannungsleitungen oder Baukränen sind die Möglichkeiten der Drehleitern bei 23-35 m limitiert. Bei größeren Höhen kommen Spezialkräfte der Feuerwehren zum Einsatz. In der Zeitschrift retten! aus dem Thieme-Verlag beschreiben Raphael Bender (BGU Murnau) und Björn Hossfeld (BwK Ulm) gemeinsam mit dem Leiter der Höhenrettungsgruppe der Ulmer Feuerwehr Johannes Hühn die Besonderheiten  bei der Speziellen Rettung aus Höhen und Tiefen.

Hossfeld B, Hühn J, Bender R, Rettung aus großen Höhen, retten! 2016; 5: 340-7

Höhenrettung


Synkopen – also der kurzzeitige Bewusstseinsverlust ohne fortbestehende neurologische Symptome – bedeuten oft eine Herausforderung für den Notarzt, der die Patienten meist bereits wieder im wachen Zustand antrifft. In einem Übersichtsartikel in der Zeitschrift „Der Notarzt“ stellt Marc-Michael Ventzke aus der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses die möglichen Ursachen einer Synkope dar und gibt auch Empfehlungen zu der schwierigen Enscheidung, ob der Patient eine klinische Abklärung benötigt, oder nach notärztlicher Untersuchung zuhause belassen werden kann.

Ventzke M. Plötzliche Bewusstlosigkeit – Synkope im Notarztdienst. Der Notarzt 2016; 32: 292–8

Synkope


Kopfschmerzen sind eine häufige Indikation für Rettungsdiensteinsätze. Die Bandbreite der möglichen Diagnosen reicht dabei von banalen Schmerzen über Migräne bis hin zu lebensbedrohlichen intracraniellen Blutungen. In einem gelungenen CME-Atikel in der Zeitschrift DER NOTARZT erläutert ein interdisziplinäres Autorenteam um Dr. Andreas Harth, Oberarzt der Klinik für Neurologie am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus, die vielfältigen Differentialdiagnosen der Subarachnoidalblutung (SAB).

SAB

Dabei beschreiben die Autoren die unterschiedlichen Formen der SAB sowie die notwendigen prähospitalen und klinischen Maßnahmen und legen sich auf folgende Kernaussagen fest:

  • Die Subarachnoidalblutung ist eine vielgestaltige Erkrankung mit hoher prähospitaler und intrahospitaler Mortalität.
  • Die klassischen Symptome sind Vernichtungskopfschmerz, Meningismus und Bewusstseinsstörung.
  • Auch nach erfolgreicher Therapie mittels Coiling oder Clipping besteht eine intensive Überwachungspflicht zur Prophylaxe und frühzeitigen Erkennung von Vasospasmen und sekundären neurologischen Defiziten.
  • Die Therapie der Patienten mit SAB erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit neurovaskulär erfahrener Teams

Blutverlust ist eine der führenden Todesursachen nach Verletzungen in militärischen Konflikten. Neben Tourniquets, Kompression in und auf der Wunde durch sogenanntes „Packing“ und gut angelegte Verbände spielen blutstillende Hämostyptika eine ergänzende Rolle in Wundversorgung.

HämostyptikaGrund genug für eine Arbeitsgruppe um Raimund Lechner die auf dem Markt befindlichen Hämostyptika einer Analyse zu unterziehen. Im Schockraum des Ulmer Budeswehrkrankenhauses wird die Gerinnung der Traumapatienten mit der Thrombelastometrie (ROTEM®) bestimmt. Damit lässt sich sowohl die Zeit bis zur Entstehung eines Blugerinnsels (Clot), als auch die Stabilität desselben bestimmen. In der Untersuchung wurde Blutproben von freiwilligen gesunden Probanden verschiedene Hämostyptika zugesetzt und diese Proben unmittelbar einer ROTEM®-Analyse unterzogen. Dabei zeigten QuikClot Combat Gauze® (Kaolin) und CELOX® Gauze (Chitosan) die besten Ergebnisse, während QuikClot ACS+® (Zeolith) deutlich schlechter abschnitt.

Lechner, R., Helm, M., Mueller, M., Wille, T., & Friemert, B. (2016). Efficacy of Hemostatic Agents in Humans With Rotational Thromboelastometry: An in-vitroStudy. Military Medicine, 181(8), 907–912. http://doi.org/10.7205/MILMED-D-15-00417

Das bestätigt die die Ergebnisse einer Übersichtsarbeit von Fischer et al. aus 2006, die sich auf Daten aus Tiermodellen bezog. Anzumerken bleibt, dass die Untersuchungen mit Blut gesunder Probanden durchgeführt wurden. Dies ist für ein militärisches Umfeld mit in der Regel jungen gesunden Soldaten sicher das passende Modell. Bei Patienten im zivilen  Rettungsdienst allerdings spielt die Antikoagulation in der Dauermedikation eine entscheidende Rolle; nach einer Arbeit von Köksal et al. dürfte hier CELOX® (Chitosan) vorteilhaft sein.


International haben verschiedene Autoren in den vergangenen Jahren zeigen können, dass das Risiko für unerwünschte Ereignisse (adverse events) während der endotrachealen Intubation zunimmt. Dazu gehören relevante Abfälle der Sauerstoffsättigung, Verletzungen und schließlich auch Fehlintubationen. Die Bedeutung des erfolgreichen ersten Intubationsversuchs (First Pass Success – FPS) in der Notfallmedizin ist deshalb Thema einer Arbeit von mehreren Autoren in Notfall- und Rettungsmedizin auch unter Beteiligung der Sektion Notfallmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses.

In dieser Übersicht werden mehrere Faktoren hervorgehoben, welche helfen können einen hohen First Pass Success zu erziehlen: vorallem eine gute Ausbildung und Routine der Durchführenden, die richtige Lagerung des Patienten, ausgiebige Präoxygenierung, tiefe Narkose mit regelhaftem Einsatz von Muskelrelaxanzien und die Verwendung von Videolaryngoskopen, die sowohl direkte als auch indirekte Laryngoskopie ermöglichen nicht erst als Alternative, sondern immer bereits für den ersten Intubationsversuch.

Aspekte, die seit vielen Jahren zum Standard auf dem RTH Christoph 22 gehören.

First Pass Success traumateam


Die intraossäre Punktion hat sich in der akuten Notfallsituation als schnelle und sichere Alternative zum konventionellen Gefäßzugang etabliert. Die ursprünglich strengen Anwendungsbeschränkungen wurden deutich erweitert.

In einem gelungen Weiterbildungsartikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Der Notarzt“ aus dem Thieme-Verlag befassen sich Matthias Helm, der Leiter der Sektion Notfallmedizin am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus, und Michael Bernhard, Leitender Oberarzt der Notfallaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig mit Grundlagen, Indikationsstellung sowie Durchführung und möglichen Komplikationen dieser invasiven Zugangs zum Gefäßsystem.

intraossäre Punktion


Bildschirmfoto 2016-06-17 um 13.10.21Anfäglich war der Hype um die mechanischen Thoraxgeräte recht groß, Diskussionen um das „richtige“ Gerät halten sich hartnäckig, doch schließlich konnte in randomisierten Studien kein Überlebensvorteil durch den Einsatz dieser Geräte nachgewisen werden. Der routinemäßige Einsatz wurde daher in den aktuellen ERC-Leitlinien 2015 nicht empfohlen.

Holger Gässler aus der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses hat sich mit der verfügbaren Literatur kritisch auseinander gesetzt und stellt in der aktuellen Ausgabe des Thieme-Journals „Der Notarzt“ die auf dem Markt angebotenen Geräte vor.

Dabei weisen die Autoren nachdrücklich auf die Risiken in der Anwendung hin;

Auch bei korrekter Anwendung der mechanischen Kompressionsgeräte ist mit reanimationstypischen Verletzungen zu rechnen. Daher sollte nach jeder erfolgreichen Reanimation – unabhängig von der Art – gezielt nach diesen gesucht werden!

und kommen zu folgendem Fazit:

mechanische Thoraxkompressionsgeräte


In einem zertifizierten Fortbildungsbeitrag haben die Mitarbeiter von traumateam Andreas Knöfel (HEMS-TC) und Florent Josse (Notarzt) in der Ausgabe 5/2016 der Zeitschrift RETTUNGSDIENST über die Möglichkeiten zur effektiven Blutstillung in der prähospitalen Versorgung berichtet.

Freundlicherweise hat der SK-Verlag diesen Beitrag für unsere Leser als PDF zur Verfügung gestellt.

Blutstillung SK-Verlag


Auslandseinsätze in Kriegs- oder Krisengebieten gehören fest zum Jahresplan der militärischen Ärzte und Pflegekräfte des Bundeswehrkrankenhauses. Im Rahmen des Flüchtlingsstroms aus Syrien und Nordafrika sind auch Fregatten der Marine an der Rettung von Flüchtlingen aus oft nicht hochseetauglichen und maßlos überfüllten Booten im Mittelmeer beteiligt. Im Rahmen dieser Einsätze konnte Florent Josse im letzten Sommer die medizinischen Daten von über 2.600 Flüchtlingen sammeln. Die Idee war, zu überprüfen, ob die bei Rettung der Flüchtlinge erhobenen Vitalparameter wie Pulsfrequenz, Sauerstoffsättigung oder Körperkerntemperatur einen möglichen Indikator bieten könnten, um behandlungsbedürftige von gesunden Personen zu trennen.

Allerdings hat die umfangreiche Statistik keinen Zusammenhang von Erkrankung und diesen Parametern zeigen können. Wie die Kollegen um Martin Kulla jetzt in einer aktuellen Publikation im Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Medicine berichten, hat sich vorallem die Sichtung durch einen erfahrenen Notfallmediziner bewährt.

Sichtung von Flüchtlingen


Zeitkritische Schlaganfalltherapie: Für die Therapie des Schlaganfalls steht neben der systemischen Thrombolyse mit der (neuro-)radiologischen Rekanalisation mittels Stentretrievern eine neue auch durch Studien belegte effektive Behandlungsoption zur Verfügung. Für die zeitkritische Therapie in einem geeigneten Zentrum bildet die konkrete prähospitale Verdachtsdiagnose eine wesentliche Grundlage.

Dr. Andreas Harth, der Referent unserer nächsten Fortbildung Notfallmedizin, berichtet in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Der Notarzt“ über die Golden Hour of Stroke und beschreibt die wesentliche Schritte zur notfallmedizinischen Diagnostik der Akuten Zentralen Neurologie.

Notarzt Schlaganfall


„Der hat gekrampft …“ Leider werden immer wieder Patienten in die Notaufnahme gebracht, bei denen die Übergabe lediglich aus obigem Satz besteht. Dr. A. Harth (OA der Abt. Neurologie am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus) und Kollegen versuchen mit einer kurzen Übersicht im aktuellen Journal „Der Notarzt“ dem prähospital tätigen Fachpersonal mehr Handlungssicherheit im Umgang mit dieser Patientengruppe an die Hand zu geben.

Verschiedene Erkrankungen lassen an einen Krampfanfall denken – die Differenzierung beginnt jedoch präklinisch und ist eine wichtige Aufgabe des erstversorgenden Teams. Unterschiedliche Abläufe lassen häufig bereits aus der Anamnese auf die zugrunde liegende Störung schließen. Therapeutische Maßnahmen und differenzialdiagnostische Erwägungen werden in diesem Beitrag beleuchtet.

NOTARZT Krampfanfall


Schon in der letzten Version der Leitlinien zur Cardiopulmonalen Reanimation (CPR) 2010 wurde besonderer Wert auf die (möglichst) ununterbrochene Thoraxkopression gelegt. Dies hat sich im Update 2015 nicht geändert. Neu allerdings ist die Erwähnung der automatisierten Reanimationshilfen, deren Einsatz zwar nicht für die Routine, wohl doch aber als Alternative zur manuellen Thoraxkompression in begründeten Fällen empfohlen wird, z.B. beim Transport unter CPR, während Herzkatheteruntersuchungen oder bei Unterkühlung.

Die sichere Anwendung solcher automatisierter Reanimationshilfen konnte in drei großen Studien bestätigt werden (LINC [LUCAS in cardiac arrest (LUCAS2), 2589 Patienten], PARAMEDIC [prehospital randomised assessment of a mechanical compression device (LUCAS2), 4471 Patienten] und CIRC (circulation improving resuscitation care (AutoPulse), 4753 Patienten]), ohne jedoch einen Überlebensvorteil gegenüber der manuellen Thoraxkompression nachzuweisen.

Allerdings wird in keiner der drei genannten Studien eine Aussage zu Art und Qualität der Ventilation gemacht; weder ist zu ersehen, ob für die Ventilation zwischen endotrachealer Intubation und dem Einsatz von supraglottischen Alternativen unterschieden wurde, noch finden sich Aussagen zum Erfolg der Atemwegssicherung oder gar zur endexspiratorischen Kapnometrie oder zur peripheren Sauerstoffsättigung.

Die Leitlinien empfehlen lediglich eine Kompression:Ventilation-Rate von 30:2 vor, sowie eine ununterbrochene Thoraxkompression nach der Platzierung einer invasiven Atemwegshilfe (Endotrachealtubus oder supraglottische Alternative). Über die Ventilation beim Einsatz automatisierte Reanimationshilfen finden sich keine klaren und hilfreichen Aussagen.

Unter der Annahme, dass während der ununterbrochenen automatisierten Thoraxkompression Spitzendrücke im Atemsystem erreicht werden, die weit jenseits der für supraglottische Alternativen empfohlenen 20 cm Wassersäule liegen, hat nun eine Autorengruppe aus verschiedenen notfallmedizinischen Zentren in einem Editorial im European Journal of Anaesthesiology auf dieses Problem hingewiesen und die Bedeutung der Messung des endexspiratorischen Kohlendioxids und der peripheren pulsoxymetrischen Sauerstoffsättigung während der CPR hingewiesen, vor allem, da die alleinige Thoraxkompression nur für die kurze Phase der Laienhilfe nicht aber für die professionelle CPR empfohlen wird.

Nach Ansicht der Autoren könnte die konsequente Beachtung von Ventilation und Oxygenation während der CPR Einfluss auf das Behandlungsergebnis haben. Daher forderten sie nun unter diesen Gesichtspunkten eine entsprechende Sekundärauswertung der Rohdaten der o.g. Studien.

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Jedes Jahr endet die notfallmedizinische Ausbildung junger Sanitätsoffiiziere am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus mit einer komplexen zweieinhalb tägigen Übung auf dem Standortübungsplatz – dem TeamTraining – Taktische VerwundetenVersorgung (TT-TVV). Diese Ausbildung wurde in den vergangenen Jahren auch wissenschaftlich begleitet, um zu sehen, ob der große personelle und materielle Aufwand auch einen positiven Einfluss auf das Ausbildungsergebnis hat.

Dies konnte nun nachgewisen werden. In einer aktuellen Publikation in der Zeitschrift Der NOTARZT konnte eine Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Evaluation und Qualitätssicherung der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm, zeigen, das die Lehrgangsteilnehmer durch die unfassende Ausbildung eine größere Handlungssicherheit erlangen.

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Schmerz ist ein sehr häufiger Grund für die Alarmierung des Notarztes. Die Ursachen sind vielfältig und durch Trauma verursacht oder durch akute Erkrankung bedingt. Oft ist es genau dieses unangenehme Symptom „Schmerz“, welches die Patienten beunruhigt, verunsichert oder gar quält und dazu veranlasst, den Rettungs- und Notarztdienst zu rufen. Verbunden mit der Alarmierung ist dann primär gar nicht der Anspruch auf Heilung, sondern der Wunsch auf Schmerzlinderung.

Wie diese Schmerztherapie im Notfall außerhalb der Klinik außensehen kann, hat nun eine Arbeitsgruppe der Sektion Notfallmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Ulm gemeinsam mit Michael Bernhard aus Leipzig in der Zeitschrift Notfallmedizin up2date (Thieme-Verlag) publiziert.

Analgesie Notfallmed up2date


Eine Arbeitsgruppe der Sektion Notfallmedizin hat die Reanimation in den beengten Verhältnissen eines Rettungshubschraubers betrachtet. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Qualität manueller Kompressionen während des Be- und Entladens und auch während des Transports eher niedrig sind. Eine Alternative bieten mechanische Reanimationssysteme.

Die Ergebnisse dieser Anwendungsuntersuchung an Reanimationsphantomen konnte nun im anerkannten Journal of Internal and Emergency Medicine publiziert werden.

Intern Emerg Med


Mit Freude haben wir in den neuen Reanimationsleitlinien gelesen, dass die cardiopulmonale Reanimation (CPR) bei „beengten“ Verhältnissen auch vom Kopf des Patienten aus durchgeführt werden kann. Eine Vorgehensweise die als „Zwei-Helfer-Methode“ schon vor fast 10 Jahren aus der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus publiziert wurde.

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Das Bundeswehrkrankenhaus Ulm bildet regelmäßig junge Mediziner zu Notärzten aus. Neben der zweijährigen klinischen Tätigkeit und dem zivil üblichen Notarztkurs, liegt ein besonderes Augenmerk auf der vorbereitenden Ausbildung für die Auslandseinsätze. Das Training in taktischer Medizin hat große Bedeutung. Deshalb wird die Patientenversorgung in militär- oder polizeitaktischen Lagen nicht nur im Hörsaal, sondern vor allem auch auf dem Standortübungplatz ausgebildet.

Über diese Ausbildung haben Oskar Mahler, Stabsarzt in der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin und Claudia Reich, Hauptfeldwebel und Rettungsassistentin in der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme des Bundeswehrkrankenhauses sowie auf dem Rettungshunschrauber Christoph 22 für die Augustausgabe des Magazin RETTUNGSDIENST (S+K-Verlag) einen Beitrag verfasst, den Sie hier lesen können.

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Die Reanimation eines Patienten mit traumatisch bedingtem Herz-Kreislauf-Stillstand ist immer wieder Thema von Diskussionen. In einem Übersichtsartikel für die Zeitschrift DER NOTARZT zeigt Holger Gässler jetzt, dass die Trauma-Reanimation nicht per se aussichtslos ist, und die Überlebensraten, auch mit gutem Outcome, nicht wesentlich geringer sind als bei einer Reanimation mit kardialer Ursache. Der Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen sollte daher eher liberal gesehen werden. Entscheidend für das mögliche Überleben ist das frühzeitige Erkennen und konsequente Behandeln aller potenziell reversiblen Ursachen. Dazu gehören

  • Hypoxie
  • Spannungspneumothorax
  • Hämorrhagie
  • Herzbeuteltamponade

Entsprechend sind neben einer kontinuierlichen Herzdruckmassage ein geeignetes Atemwegsmanagement, die frühzeitige Entlastung eines möglichen Spannungspneumothorax, forcierte Volumentherapie und, bei entsprechender Traumakinematik, das Anbringen einer Beckenschlinge die wesentlichen Maßmahmen. Unter Umständen kann dabei auch ein schnellstmöglicher Transport unter Reanimation in das nächstgelegene Traumazentrum erforderlich sein. Das empfohlene Vorgehen wir in einem Algorithmus zusammengefasst.

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Geprägt durch die Erfahrung in den militärischen Einsätzen setzt die Crew von CHRISTOPH 22 seit Jahren CELOX als die Blutstillung unterstützendes Hämostyptikum in Kombination mit Kopressionsverbänden auch im zivilen Rettungsdienst ein. Nachdem von einer Arbeitsgruppe der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses im Frühjahr bereits eine Publikation zum Thema „Tourniquet“ in der Fachzeitschrift „Der Notarzt“ (Thieme-Verlag) erschinen ist, berichtet nun diese Arbeitsgruppe an gleicher Stelle über die Erfahrungen mit und den Einsatz von Hämostyptika im Rettungsdienst.

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Prähospital ist die endotracheale Intubation mit erheblich mehr Schwierigkeiten verbunden als im OP. Seit einigen Jahren nutzt das Team von Christoph 22 ein Videolaryngoskop der Firma Karl Storz in Tuttlingen (C-MAC PM) standardmäßig für jede prähospitale Intubation mit dem Ziel die Laryngoskopiebedingungen so optimal wie möglich zu gestalten.

Das C-MAC PM basiert auf einem Macintosh-Spatel mit einem Videochip neben der Lichtquelle an der Spatelspitze und ermöglicht deshalb sowohl die direkte als auch die Videolaryngoskopie. Mit der Verwendung dieses Videolaryngoskops war es möglich bei der Intubation im Notarztdienst den direkten Laryngoskopiebefund mit dem videolaryngoskopischen Befund nach der 4-stufigen Cormack/Lehane-Einteilung (C/L) unmittelbar im selben Patienten zu vergleichen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung konnten kürzlich im European Journal of Anaesthesiology (EJA) publiziert werden.

Während des 20-monatigen Untersuchungszeitraums konnte dieser Vergleich bei 223 Notfallpatienten vorgenommen werden. In 120 Fällen war das direkte Laryngoskopieergebnis schlechter als C/L I, durch den Einsatz des C-MAC PM Videolaryngoskops konnte dieses Ergebnis signifikant verbessert werden.

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Die Notfallnarkose ist eine zentrale therapeutische Maßnahme in der prähospitalen Notfallmedizin. Dabei sind die Risiken einer Notfallnarkose außerhalb der Klinik deutlich höher als innerklinisch. Gerade junge nicht-anästhesiologische Kollegen fragen in diesem Zusammenhang häufig nach „Kochrezepten“, wie eine Narkose unter den speziellen Bedingungen der Präklinik am besten einzuleiten und zu führen sei.

Eine Arbeitsgruppe des Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat nun in einem über einjährigen Prozess eine Handlungsempfehlung zur „Prähospitalen Notfallnarkose beim Erwachsenen“ erarbeitet, die nun in der verbandseigenen Zeitschrift A&I publiziert ist und in einer Kurzversion kostenlos zum Download zur Verfügung steht.

Bildschirmfoto 2015-06-12 um 14.07.02Die Autorengruppe – alle samt erfahrene Anästhesisten und Notfallmediziner fassen Ihre Handlungsempfehlung wie folgt zusammen: Eine kritische Überprüfung der Indikationsstellung zur prähospitalen Notfallnarkose hat vor dem Hintergrund patienten-, einsatz- und anwenderbezogener Faktoren zu erfolgen. Die Induktion einer Notfallnarkose als Rapid-Sequence-Induction beinhaltet ein Standardmonitoring, die Präoxygenierung, eine standardisierte Vorbereitung der Notfallnarkose (Narkose-/Notfallmedikamente, Atemwegs- und Beatmungsequipment), die Medikamentenapplikation, (wenn nötig) die passagere Aufhebung der HWS-Immobilisation und konsequente manuelle Inline-Stabilisation während des Intubationsmanövers sowie die Atemwegssicherung und die Tubuslagekontrolle. Die Präoxygenierung sollte bei jedem spontanatmenden Notfallpatienten für einen Zeitraum von mindestens 3-4 min mit dichtsitzender Gesichtsmaske und Beatmungsbeutel mit Sauerstoffreservoir und 12-15 l Sauerstoff/min oder Demand-Ventil mit 100% Sauerstoff erfolgen. Alternativ kann die Präoxygenierung auch mittels nicht-invasiver Beatmung und 100% Sauerstoff durchgeführt werden. Die standardisierte Narkosevorbereitung umfasst das Aufziehen und die Kennzeichnung der Narkose- und Notfallmedikamente, die Kontrolle des Beatmungsbeutels (inkl. Maske), die Vorbereitung eines Endotrachealtubus (inkl. Blockerspritze) mit einliegendem Führungsstab, Stethoskop und Fixierungsmaterial, die Bereitstellung alternativer Instrumente zur Atemwegssicherung sowie den Check von Absaugvorrichtung, Beatmungsgerät und Standardmonitoring inklusive Kapnographie. Als Standardmonitoring zur prähospitalen Notfallnarkose soll das Elektrokardiogramm, die automatische/manuelle Blutdruckmessung und die Pulsoxymetrie sowie eine kontinuierliche Kapnographie zur Anwendung kommen; diese erfolgt ohne Ausnahme zur Lagekontrolle der Beatmungshilfen, zur Detektion potenzieller Diskonnekti- onen und Dislokationen im Beatmungs- system sowie zum indirekten Monitoring der Hämodynamik. Es sind möglichst zwei periphervenöse Verweilkanülen vor Narkoseeinleitung zu etablieren.


Der intraossäre Zugang gilt als sichere und schnell verfügbare Alternative bei Scheitern des intravenösen Gefäßzugangs. Aus diesem Grund hat die ADAC Luftrettung gGmbH bereits 2009 alle Rettungshubschrauberstationen mit dem halbautomatischen EZ-IO „Bohrmaschinen“ ausgestattet. Die Anwendungen dieses alternativen Gefäßzugangs wurden im Rahmen der Promotionsarbeit von Benedikt Haunstein an der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin des Bundeswehrkrankenhauses gemeinsam mit der ADAC Luftrettung gGmbH ausgewertet und unlängst in Resuscitation publiziert:

Helm, M., Haunstein, B., Schlechtriemen, T., Ruppert, M., Lampl, L., & Gäßler, M. EZ-IO intraosseous device implementation in German HEMS, Resuscitation 2015; 88: 43–47.

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In den militärischen Einsätzen ist die Bedeutung einer frühzeitigen suffizienten Blutstillung deutlich geworden. Die im zivilen Rettungsdienst lange verpönte Abbindung hat militärisch mit dem sog. Tourniquet eine Renaissance erfahren. Die Notärzte und Rettungsassistenten am Christoph 22 haben sich schon früh entschlossen dieses einfache und sicher anzuwendende Hilfsmittel auch auf dem RTH mitzuführen. Schon seit Jahren setzt sich traumateam deshalb für die konsequente Ausbildung im Umgang mit Tourniquet und den zivilen Eisatz ein.

Eine Empfehlung dazu ist nachzulesen in der Zeitschrift „Der Notarzt“ : Josse, F., Helm, M., Kulla, M., Ladehof, K., Hossfeld, B. Präklinische Blutstillungsmaßnahmen: das Tourniquet. Der Notarzt 2015; 31: 103–107

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