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Kopfüber zum Patienten

Rettungsmedizin| Views: 590

Verunglückte Person in einem engen, tiefen Schacht!

… Schnell die Beinschlinge um die Knöchel und mit dem Kopf nach unten zum Verletzten vordringen, gegebenenfalls erstversorgen oder einfach bergen oder dieses schnell und effizient vorbereiten! … Geht das?

Unter anderem um diese Frage drehte sich ein praktischer Übungsparcours bei den Höhenrettern der Ulmer Feuerwehr. Als medizinisches Personal dabei: 3 Notärzte, Rettungsassistent und Einsatzsanitäter der Klinik für Anästhesiologie & Intensivmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses.

Nach einer kurzen theoretischen Hinführung  durch E. Staps, darüber, was physiologisch passiert, wenn der Körper (länger) Kopf steht, wurde ganz praktisch geübt, wie effektiv und vor allem wie lange man über Kopf eigentlich bekannte Tätigkeiten ausführen kann. Das Ergebniss: überraschend kurz !

Doch nicht nur über Kopf sind der Höhenrettung Grenzen gesetzt.

Was, wenn der Patient, welcher abgeseilt werden muss, beatmet ist? Oder kardiopulmonal so instabil, dass eine kontinuierliche Medikamentengabe indiziert scheint. Kurz gefragt: was lässt sich alles neben dem Patienten und dem Höhenretter sinnvoll an eine Schleifkorbtrage anbringen ?

Das Fazit der gemeinsamen Übung:  Im Ernstfall lohnt es sich einen klaren, „aufrechten“ Kopf zu behalten. Die Lage, das klinische Bild des Patienten, die tatsächliche und vor allem auch die potentielle Abseilzeit sind entscheidende Parameter, über welche sich Notarzt und Höhenrettung vor Ort gemeinsam absprechen müssen. Letztlich macht die Höhenrettung im Team immer fast alles möglich.

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