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update der Leitlinie zur intraossären Infusion

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Gemeinsam haben die Wissenschaftlichen Arbeitskreise Notfallmedizin und Kinderanästhesie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) die S1-Leitlinie zur intraossäre Infusion in der Notfallmedizin überarbeit. Diese wurde nun auf der AWMF-Hompage publiziert.

AWMF IODas Autorenteam, dem als Erstautor auch Prof. M. Helm angehört, hat die bestehenden Handlungsempfehlung aus dem Jahr 2010 überarbeitet. Vorallem mussten viele in den letzten 8 Jahren neu auf dem Markt erschienen Punktionssysteme mit Empfehlungen für alternative Punktionsstellen bewertet werden. Mit Unterstützung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) konnte die neue Version als S1-Leitlinie bei der AWMF eingereicht werden.

Die Leitlinie steht auf der AWMF-Seite kostenlos zum Download zur Verfügung. Wesentliche Aussagen sind nachfolgend zusammengefasst:

  • Nahezu alle bei der Behandlung von pädiatrischen und erwachsenen Notfallpatienten eingesetzten intravenösen Medikamente können auch intraossär appliziert werden.
  • Die Dosierungsempfehlungen intravenös/intraossär bleiben identisch.
  • Die sternale Punktion kann nur bei Erwachsenen empfohlen werden.
  • Eine „prophylaktische“ Anlage einer intraossären Infusion ohne unmittelbar notwendige Medikamentenapplikation und / oder Infusionstherapie ist nicht indiziert und deshalb zu unterlassen.
  • Rein manuelle Punktionssysteme sind nur für Kleinkinder geeignet; ab dem 6. Lebensjahr sollten halbautomatische bzw. automatische Punktionssysteme verwendet werden.
  • Punktionsstelle der ersten Wahl ist die proximalen Tibia, alternativ wird die Punktion an der distalen Tibia empfohlen.

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