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Drei Covid-Patienten mit Intensivtransportbus verlegt

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Fotos: R. Benedens / Text: Th. Heckmann          Der Mangel an Betten auf Intensivstationen in Bayerisch Schwaben und im Allgäu führt zu zahlreichen Entlastungstransporten. Bereits am Freitag hat die Bundeswehr mit einem MedEvac-Airbus sechs beatmete Patienten von Memmingen nach Münster geflogen, am Samstag hat nun der Ulmer Rettungsdienst drei Schwerkranke mit einem Intensivtransportbus in Augsburg abgeholt.

Um die deutschen Krankenhäuser gleichmäßiger auszulasten und immer noch Betten für Patienten nach Herzinfarkten und Verkehrsunfällen frei zu haben, wurde Deutschland wie ein Kleeblatt aufgeteilt, mit dem Ziel, dass sich die Klinken der verschiedenen Kleeblatt-Regionen gegenseitig unterstützen. Entsprechend haben sich nun das Saarland und Rheinland-Pfalz bereit erklärt, aus Bayern Patienten zu übernehmen.

Der Rettungsdienst Heidenheim-Ulm des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verfügt über einen Intensivtransportbus, den das Land Baden-Württemberg auf Initiative der Ulmer beschafft hat.

Die Notärzte des Universitätsklinikums und des Bundeswehrkrankenhauses – (C) Th. Heckmann

Das Fahrzeug kann vier beatmete Patienten gleichzeitig transportieren, die 32.000 Liter Sauerstoff an Bord reichen dabei für Transportstrecken von weit über 600 Kilometern aus. Gleichzeitig benötigt der Bus wesentlich weniger Personal als ein konventioneller Intensivtransportwagen, denn das medizinische Personal ist gerade in Pandemiezeiten der größte Mangel. Bei einem Patienten pro Fahrzeug werden ein für Intensivtransporte speziell ausgebildeter Notarzt, mindestens ein Notfallsanitäter und ein Fahrer benötigt, im Bus gibt es für je zwei Patienten einen Notarzt, einen Notfallsanitäter und einen Rettungssanitäter, sowie zusätzlich einen Busfahrer. Die Notärzte stellen das Universitätsklinikum und das Bundeswehrkrankenhaus Ulm, das Assistenzpersonal stammt vom DRK Rettungsdienst und zwei Busunternehmen stellen über einen Bereitschaftsplan die Busfahrer.

Konzipiert wurde der Intensivtransportbus zu Beginn der ersten Pandemiewelle im vergangenen Jahr durch den Geschäftsführer des Ulmer DRK Rettungsdienst und von Daimler Buses binnen vier Wochen in einen gebrauchten Bus eingebaut. An vier Plätzen stehen Beatmungs- und Überwachungsgeräte sowie Spritzenpumpen für die medikamentöse Versorgung zur Verfügung. Zusätzlich ist der Bus für den Transport von infektiösen Patienten leicht desinfizierbar, die Lüftungsanlage der zusätzlich eingebauten Fahrerkabine ist komplett vom Patientenraum getrennt. Seit April vergangenen Jahres ist der Bus durch Rufbereitschaften rund um die Uhr einsatzbereit und kann binnen zwei Stunden aufbrechen. Zusätzlich führte der Bus zahlreiche normale Intensivtransporte durch, war bei einem großen Verkehrsunfall zufällig in der Nähe und konnte vier Patienten auf einmal in ein Krankenhaus transportieren. Das Ulmer Konzept überzeugte das Sozial- und das Innenministerium, so dass dieses Jahr ein zweiter identisch ausgestatteter Bus beschafft wurde, der in Mannheim stationiert wird.

In Augsburg wurden am Samstagmittag drei Schwerkranke aus Augsburg und Bayerisch Schwaben in den Intensivtransportbus eingeladen, ein vierter Patient, der für den Transport geplant war, hatte sich gesundheitlich so stark verschlechtert, dass ein Transport derzeit nicht möglich ist. Am Klinikum Karlsruhe wurden die drei narkotisierten und beatmeten Patienten auf einzelne Intensivtransportwagen umgeladen, die sie dann an ihre Zielkrankenhäuser in Rheinland-Pfalz und dem Saarland verteilen.

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