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Ulm ein Tag Mittelpunkt der Luftrettung

Tagungen/Kongresse| Views: 1305

Fotos: Sylvi Thierbach           Zum 6. Mitteleuropäischen Flugrettungssymposium waren Teilnehmer und Referenten aus zum fachlichen Austausch aus ganz Europa ins Ulmer Stadthaus gekommen. Höhepunkt für die Ulmer Bürger aber waren Landung und Start eines ADAC-Rettungshubschraubers auf dem Ulmer Münsterplatz.

Mit Unterstützung der Ulmer Feuerwehr – persönlich angeführt durch ihren Kommandanten Adrian Röhrle – der Polizei, der Feldjäger sowie vieler Helfer des Flugrettungssymposiums war der Ulmer Münsterplatz schon vor 7:00 am Freitag freigeräumt und abgesperrt, damit Marc Rothenhäusler den von der ADAC Luftrettung gGmbH extra für das Flugrettungssymposium zur Verfügung gestellte zusätzliche Rettungshubschrauber sicher landen konnte.

Bei bestem Wetter war  der Hubschrauber vom Typ Airbus H145 zusammen mit dem Intensivtransportwagen des Bundeswehrkrankenhauses den ganzen Tag von Publikum stark frequentiert. Die Bevölkerung hatte die Möglichkeit den erfahrenen Besatzungsmitgliedern Fragen zu stellen, Fotos zu machen und diese Rettungsmittel einmal hautnah zu erleben.

Gleichzeitig verfolgten über 180 Teilnehmer im Stadthaus die herausragenden Vorträge von erfahrenen Luftrettern aus Norwegen, der Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland.

In einer ersten Sitzung unter Vorsitz von Astrid Rumler, Leiterin des Referats Rettungsdienst im Innenministerium Baden-Württemberg, und Matthias Helm ging es um die Zukunft der Luftrettung: Aaron Erd von der ADAC Luftrettung informierte über eine Machbarkeitsstudie zum Transport von Notärzten mit sogenannten Multicoptern (drohnenähnlichen elektrobetriebenen Luftfahrzeugen). Stephen Sollid von der Norsk Luftambulanse berichtete über ein Forschungsprojekt in Norwegen, welches u.a. das Ziel verfolgt einen Hubschrauber mit Computertomographie zur prähospitalen Schlaganfalldiagnostik auszustatten. Marc Kaufmann aus Südtirol beschrieb den Nutzen einer Ausweitung der Flugzeiten in die Abendstunden, v.a. im Winterhalbjahr über den Sonnenuntergang hinaus.

Nach einer Pause, in der die Teilnehmer es sichtlich genossen sich endlich wieder einmal im Rahmen einer Präsenzveranstaltung persönlich mit Kollegen auszutauschen, wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Frage erörtert, ob Hubschrauber-Crews prähospital thorakotomieren sollten. Nach Impulsreferaten von Erik Popp (Heidelberg) und Wolfgang Voelckel (Salzburg) diskutierten Roland Albrecht (REGA), Marc Kaufmann (Rettung Südtirol), Florian Reifferscheid (DRF), Stephen Sollid (Norsk Luftambulanse), Daniel Werner (ADAC) unter Moderation von Björn Hossfeld intensiv dieses Thema; dabei wurde festgestellt, dass diese invasive Maßnahme im Vergleich zu London, wo ein einzelner Rettungshubschrauber ein Ballungsgebiet mit 11 Mio Menschen versorgt, in weniger dicht besiedelten Gebieten eine Ausnahme bleiben wird, für die eine flächendeckende Ausbildung nicht möglich sein wird.

Unter Vorsitz von Philipp Lakatos und Florian Reifferscheid berichtete Urs Pietsch über die Atemwegssicherung während des Fluges und Jürgen Knapp über die schweizerischen Erfahrungen mit der prähospitalen Videolaryngoskopie. Direkt im Anschluss diskutierten Heiko Lier (Uniklinik Köln), Ingeborg Bretschneider (Bundeswehrkrankenhaus Ulm) und Veronika Weichert (Christoph 9, Duisburg) die prähospitale Gabe von Blut- und Gerinnungsprodukten.

In der letzten Sitzung ging es um den Einsatz der Rettungswinde außerhalb des Hochgebirges. Dabei berichtete Matthias Jacob (Christoph 15, Straubing) über die Erfahrungen mit der Winde im Einsatz mit einer 3er-Crew. Achim Keck (ADAC), ehemaliger Stationsleiter in Ulm, vermittelte in einem sehr bewegenden Referat seine persönlichen Erfahrungen von Rettungseinsätzen im Hochwassergebiet Ahrtal. Abschließend unterstrich Simon Rauch (Bozen) die Notwendigkeit auch den Notarzt mit der Winde zum Patienten zu bringen.

Zum Ende der Veranstaltung lud Marc Kaufmann zum

7. Flugrettungssymposium

am 22. Oktober 2022

nach Bozen ein.

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