Flugrettungssymposium Ulm

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Internationaler Austausch

Tagungen/Kongresse| Views: 278

Fotos: Sylvi Thierbach      Mehr als 250 Teilnehmer hatten sich am Freitag den 29. September zum 3. Mitteleuropäischen Flugrettungssymposium im Ulmer Stadthaus versammelt. Auf Einladung des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses und von traumateam e.V. waren namenhafte Referenten aus ganz Europa nach Ulm gekommen, um gemeinsam mit dem interessierten Publikum aktuelle Entwicklungen in der Luftrettung zu diskutieren.

Flugrettungssymposium UlmIn der ersten Sitzung wurden Aspekte der „Taktischen Notfallmedizin“ sowohl bei terroristischer Bedrohung, als auch bei Einsätzen in schwierigen oder abgelegenen Gebieten besprochen. So erläuterte Florent Josse (BwK Ulm) die Grundzüge der taktischen Medizin und Björn Hossfeld (BwK Ulm) zeigte auf, dass Rettungshubschrauber bei „bedrohlichen Lagen“ am ehesten zur weiträumigen Entlastung der Krankenhäuser beitragen können und dazu zwar frühzeitig alarmiert werden können, bei Entspannung der Lage aber auch zeitgerecht wieder für andere Aufgaben freigegeben werden sollten. Michael Lehmann (Basel) zeigte mit eindrucksvollen Bildern, wie die REGA sich mit Material und Ausbildung auf taktische Entscheidungen in der alpinen Rettung vorbereitet. Schließlich konnte Markus Stuhr (Hamburg) berichten, welche Bedeutung der Einsatz von Hubschraubern bei Verletzungen in den Offshore-Windparks weit vor den deutschen Küsten hat.

Die zweite, englischsprachige Sitzung befasste sich mit aktuellen Aspekten der Traumaversorgung. So verdeutlichte Hans-Morton Lossius (Stavanger), dass wir sehr wohl in der Lage wären Intensivmedizin weiter in die prähospitale Phase zu verlangern, wenn wir die notfallmedizinischen Teams entsprechend ausbildeten; die Ausrüstung dazu sei in den letzten Jahren immer moderner, kleiner und transportabler geworden. Ingeborg Bretschneider (BwK Ulm) berichtete über erste Ergebnisse der noch laufenden PREDICT-Studie, mit der am CHRISTOPH 22 bereits prähospital Daten zur Gerinnung von Traumapatienten erhoben werden. Anne Weaver (London’s HEMS) berichtete über die langjährigen Erfahrungen der Londoner Kollegen mit der prähospitalen Gabe von Blutprodukten. Zum Abschluss dieser Sitzung zeigte Wolfgang Voelckel (Salzburg) auf, wie wir den schweren Traumapatienten frühzeitig identifizieren können.

Die dritte Sitzung widmete sich dem Thema Nachtflug. Moderiert von Kathleen Adler und Jörg Braun berichteten Stephen Sollid (Norsk Luftambulanse), Roland Albrecht (REGA) und Christian Balta (ADAC Luftrettung) über die Erfahrungen, zukünftige Projekte und die Ausbildung zum Nachtflug, während Stephan Prückner (München) zeigen konnte, dass nachts die gleichen Patienten von der Luftrettung profitieren wie am Tag.

Alle Vorträge wurden aufgezeichnet und werden im Laufe der nächsten Wochen auf traumateam.de online verfügbar sein.

In den Pausen hatten die Teilnehmer Gelegenheit in der umfangreichen Ausstellung neue Produkte zu sehen und Fragen zu bereits eingesetzen Produkte an die Vertreter der Industrie zu stellen. Ein umfassendes Catering bot Raum für persönliche Gespräche und Erfahrungsaustausch.

Flugrettungssymposium Ulmtraumateam dankt allen Referenten und der Industrie für die Unterstützung dieses gelungenen Symposiums ein ganz besonderer Dank allerdings gilt den vielen freiwilligen Helfern, ohne die wie so oft eine solche Veranstaltung nicht funktionieren würde!

Das nächste Flugrettungssymposium wird in genau einem Jahr – am 29. Sept. 2018in Salzburg stattfinden. Wir werden zeitgerecht über Anmeldung und Teilnahme informieren.

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