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Bedrohliche Einsatzlage erfolgreich geübt

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Fotos: S. Thierbach     Nahezu 800 Mitarbeiter von Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Polizei, Feuerwehr, der Notfallseelsorge und den Ulmer Kliniken übten gestern gemeinsam das Zusammenspiel bei einer „bedrohlichen Einsatzlage„.

Angenommen waren bewaffnete Täter in der Robert-Bosch-Schule am Ulmer Kuhberg, die bereits durch den Einsatz von selbstgebauten Sprengsätzen und Schusswaffen mehr als 80 Verletzte verursacht hatten. Ziel dieser groß angelegten Übung war es das zwischen allen beteiligten abgesprochene klinik- und organisationsübergreifende Konzept zum Vorgehen bei „bedrohlichen Einsatzlagen“ erstmals zu überprüfen.

Schon im Vorfeld hatten Polizei und Bundeswehr über soziale Medien wie Twitter und Facebook über die Übung informiert, um die Bevölkerung nicht durch die geschminkten Patienten und die vielen Einsatzkräfte zu beunruhigen.

Während die Rettungskräfte von ASB und DRK am Morgen im restlos überfüllten Fritz-Nobbe-Saal des Bundeswehrkrankenhauses, sowie die Mitarbeiter der Kliniken im angrenzenden Casino durch Vorträge mit dem klinik- und organisationsübergreifenden Konzept vertraut gemacht wurden, bereitete ein  engagiertes Team der realistischen Unfalldarstellung im Schulzentrum am Kuhberg das Szenario vor. Aufwendig geschminkte Patienten auf dem Schulhof und im Gebäude sowie Rauch im Bereich des Haupteingangs vermittelten ein glaubhaftes Szenario für die eintreffenden Einsatzkräfte.

Polizeivizepräsident Reinhold Hepp im Führungstreffer- und Lagezentrum

In Anbetracht der unklaren Lage musste die Polizei Sicherheitszone definieren. Da in der unsicheren Zone um das Schulgebäude zunächst eine direkte Bedrohung für die Einsatzkräfte nicht ausgeschlossen werden konnte, war dieser Bereich nur für Polizisten zugänglich, die einerseits die Täter kontrollieren mussten, sich zeitnah aber auch um die Kategorisierung und Erstversorgung der Patienten in diesem Bereich kümmern sollte. Der ganze Bereich wurde mit live-Aufnahmen einer Drohne im Führungs- und Lagezentrum (FLZ) der Polizei überwacht, von wo aus der Einsatz auch verantwortlich geführt wurde. Dazu waren je auch ein leitender Vertreter der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Notärzte im FLZ vor Ort.

Unter Leitung der Sanitätseinsatzleitung aus Organisatorischem Leiter Rettungsdienst und Leitendem Notarzt wurde in der sog. teilsicheren Zone im Schutz des Nachbargebäudes eine geschützte Patientenablage eingerichtet, wo die Patienten, welche bis dahin von der Polizisten transportiert worden waren, an den Rettungsdienst übergeben wurden. Bereits nach einer kurzen notfallmedizinischen Stabilisierung wurden die Patienten gemäß den im Vorfeld im Rahmen der klinikübergreifenden Sicherheitskonferenz (KlÜSiKo) getroffenen Absprachen auf das Rehabilitationskrankenhaus Ulm (RKU), die Universitätsklinik und das Bundeswehrkrankenhaus auf dem oberen Eselsberg verteilt.

Die Eingänge dieser Kliniken wurde von Polizei und Feuerwehr derart kontrolliert, dass ein Zugang ausschließlich über die Notfallaufnahmen möglich war. Alle Patienten wurden bereits außerhalb der Notfallaufnahmen nach Verletzungen kategorisiert, auf Waffen und Sprengmittel untersucht und dann den entsprechenden Bereichen in den Krankenhäusern zugewiesen.

Am Bundeswehrkrankenhaus erfolgte diese Zuweisung gemeinsam durch je einen erfahrenen Oberarzt der Klinken für Chirurgie und Anästhesiologie, die mit zahlreichen Mitarbeitern an der Übung beteiligt waren. Auch der Kommandeur und Ärztliche Direktor des Bundeswehrkrankenhauses Generalarzt Dr. Ralf Hoffmann war persönlich vor Ort, um sich einen Eindruck über den Ablauf der Übung zu verschaffen.

Naturgemäß diente diese Vollübung auch dazu Schwachstellen im gemeinsamen Konzept für das Vorgehen der Sicherheitsbehörden, Rettungsdienste und Kliniken in Ulm aufzuzeigen. Diese werden in den kommenden Tagen analysiert und besprochen werden. Aber schon jetzt lässt sich sagen, dass diese von Rainer Benedens (DRK) sowie Dr. Thorsten Holsträter und Dr. Florent Josse (beide BwK) mit zahllosen Helfern vorbereitete Übung das klinik- und organisationsübergreifende Konzept mit seinen vielen unterschiedlichen Schnittstellen in einem realitätsnahen Szenario erfolgreich abgebildet hat.

RegioTV berichtet über die Übung.

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