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55 Jahre Luftrettung im Spiegel der Zeit

Allgemein| Views: 65

Am 2.11.1971 – vor 55 Jahren – startete die Luftrettung in Ulm. Mit einer Bell UH-1D (“Huey”) des Lufttransportgeschwaders 61 aus dem bayerischen Penzing mit dem Rufnamen “SAR Ulm 75” flogen Ärzte und Sanitäter des Bundeswehrkrankenhauses zu Notfalleinsätzen.

Die Huey war nicht nur an der weithin sichtbaren orangenen Tür mit der Aufschrift SAR (“Search and Rescue”) erkennbar. Das typische Flap-Flap des Zweiblatt-Rotors war schon lange hörbar, bevor man den Hubschrauber sehen konnte, und hatte ihr schnell den Spitznamen “Teppichklopfer” eingebracht. Dieser “Sound of Rescue” prägte die Luftrettung aus Ulm bis ins Jahr 2003, denn da wechselte der Betreiber zur ADAC Luftrettung, welche fortan Hubschrauber und Piloten stellte. Der Rufname wechselte zu “Christoph 22“. Auch ohne die Luftwaffe kommt die medizinische Besatzung unverändert aus dem Department für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses.

Unter dem Motto “Im Spiegel der Zeit” hatte das Bundeswehrkrankenhaus am Freitag zu einem Jubiläumssymposium geladen. Einer der Gastredner war Dr. Bodo Gorgass, der erste ärztliche Leiter des Test-Rettungszentrums Ulm, wie es damals genannt wurde. Er berichtete in einem interessanten Vortrag, wie “SAR Ulm 75″ als erster Hubschrauber weltweit einen Defibrillator mitführte, nachdem der Einsatz im Hubschrauber und die möglichen Auswirkungen auf die damals sicher spärliche Bordelektronik getestet worden waren.

Auch weitere Entwicklungen in der Rettung kamen in den vergangenen 55 Jahren aus Ulm: z.B. der Ulmer Koffer – Basis der heutigen Notfallrucksäcke, oder das Mitführen eines hydraulischen Rettungssatzes gemeinsam mit der Ulmer Feuerwehr zu einer Zeit, in der Schere und Spreizer noch nicht bei jeder Feuerwehr zur Verfügung standen. Auch der Einsatz von Pulsoxymetrie und Kapnographie außerhalb des Krankenhauses wurde in Ulm vorangetrieben. Später war Christoph 22 der erste RTH, der ein Videolaryngoskop mitführte, und auch heute sind Entwicklungen, wie Primäreinsätze nach Sonnenuntergang im Rahmen der Randzeitenerweiterung oder das Mitführen von Blut und Gerinnungspräparaten beispielgebend in der Notfallrettung.

Selbstverständlich gibt es zu diesem Anlass auch einen Jubiläumspatch, der das Motto im Spiegel der Zeit aufgreift, in dem sich im Spiegel die Zahl 22 als 55 und die ADAC-gelbe H145 als SAR-Huey zeigen.

Dieser Patch kann ab sofort für € 10,- und gegen Einsenden eines ausreichend frankierten Rückumschlags auf der RTH-Station bestellt werden.

(RTH Christoph 22, Oberer Eselsberg 40, 89081 Ulm)

 

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