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Herausragende organisationsübergreifende Kooperation

Flugbetrieb| Views: 1324

Am Dienstag nachmittag wollte der Rettungshubschrauber (RTH) Christoph 22 nach einer Patientenversorgung in Ballendorf einsatzklar zurück zur Station am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus fliegen. Beim Anlassen der Turbinen zeigten die Kontrollinstrumente die Überhitzung eines Triebwerkes an. Da die Sicherheit von Patienten und Besatzung für die ADAC Luftrettung höchste Priorität hat, wurde der Startvorgang abgebrochen und ein Luftfahrzeug-Techniker angefordert.

Während der Wartezeit auf den Techniker versorgte der RTH-Notarzt einen weiteren Patienten in der Nähe gemeinsam mit dem RTW aus Langenau.

Der aus Landshut eintreffende Techniker musste noch am Abend feststellen, dass der Hubschrauber zur Überprüfung mit einem Tieflader in die Werft nach Bonn-Hangelar transportiert werden muss.

Verladen des defekten Hubschraubers

Zum Verladen des Hubschraubers müssen zunächst die fünf Meter langen Rotorblätter abmontiert werden. Die Arbeit, welche mit entsprechenden Arbeitsbühnen in einem Hangar kein Problem bedeutet, sollte die Techniker am Mittwoch früh auf regennassem landwirtschaftlichen Untergrund vor ganz neue Herausforderungen stellen. Leitern konnten nicht sicher aufgestellt werden. Tatkräftige Hilfe kam durch motivierte Soldaten der Fahrbereitschaft des Bundeswehrkrankenhauses und ganz besonders durch die Freiwillige Feuerwehr Ballendorf. Gemeinsam wurde der Hubschrauber mit der Kennung D-HLIR unter Einsatz eines Stablers auf den an der Straße wartenden Tieflader geladen.

Parallel ist bereits in den frühen Morgenstunden eine Ersatzmaschine mit der Kennung D-HDPS der ADAC-Luftrettung nach Ulm überführt worden und war nach Einrüstung der medizinischen Ausrüstung ab etwa 10:00 wieder einsatzklar.

Der nächste Einsatz führte das Team für die Leitstelle Esslingen zu einem verletzten Bauarbeiter. Nach Einschätzung des RTH-Notarztes war dieser Patient allerdings nicht so schwer verletzt, dass ein Transport mit dem Hubschrauber indiziert gewesen wäre. Deshalb wurde der Patient bodengebunden mit dem Rettungswagen unter Begleitung des RTH-Notarztes an das Katharinenhospital in Stuttgart transportiert. Pilot und Rettungsassistent flogen mit dem Hubschrauber nach Stuttgart, um den Notarzt am Dachlandeplatz des Katharinenhospitals wieder aufzunehmen.

Reparatur einer Ölleitung auf dem Dachlandeolatz des Katharinenhospitals in Stuttgart

Während des Wartens auf den Notarzt  bemerkte die Crew auf dem Dachlandplatz einen frischen Ölfleck. Erneut musste die Technik alarmiert werden und der Dachlandeplatz des Stuttgarter Klinikums war blockiert. Da die Anfahrt der ADAC-Luftfahrt-Techniker von Landshut nach Stuttgart absehbar viel Zeit kosten würde, wurden parallel die Techniker einer näher gelegenen Luftfahrzeugwerft um Hilfe gebeten. Die Kollegen konnte eine undichte Öl-Leitung feststellen und instand setzen, so dass nach Absprache mit den ebenfalls eingetroffenen und verantwortlichen ADAC-Technikern sowie nach entsprechender Freigabe die Maschine noch am Mittwoch abend einsatzklar nach Ulm zurückkehren konnte.

Aufmerksame und zuvorkommende Betreuung erfuhr die Besatzung durch das Personal des Katharinenhospitals während ihres Aufenthalts über den Dächern der Landeshauptstadt.

Die Ereignisse dieser beiden Tage bestätigen die herausragende Zusammenarbeit und das organisationsübergreifende Miteinander über die gemeinsame Arbeit am Patienten hinaus.

 

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